Single Frau Karriere

Irgendwas mit Film und Fernsehen geht immer. Es war nicht einmal gelogen. Er schrieb ja tatsächlich irgendwas für Film und Fernsehen, allerdings semi erfolgreich. Das scheint sogar zu funktionieren. Allerdings nur so lang sich die Damen davon blenden lassen. Er als kluger aber nicht nach Karriere strebender Mann, hat es schwer. Er fällt bei so vielen Frauen durchs Raster, sodass seine Damenwahl nach der Suche einer Nadel im Heuhaufen gleicht. Da sind wohl doch noch die alten Rollenbildern im Hinterkopf vorhanden.

Möchte ich als Frau die finanzielle Verantwortung für einen Mann mittragen? Dazu dann irgendwann Kinder um die ich mich kaum kümmern kann, weil ich ja rund um die Uhr am Arbeiten bin? Genau diese Vorstellung hindert viele Frauen daran, sich auf Männer einzulassen, die nicht ihrem Karriereniveau entsprechen. Das Gefühl von Sicherheit, Zukunftssicherheit spielt hier eine entscheidende Rolle.

Mehr zu diesem Thema: Zum Artikel Wie geht es einem Mann, wenn er eine Frau kennenlernt, die eine steilere Karriere als er hingelegt hat? Alle Herren mit denen ich sprach, betrachteten dies als unwichtig! Es stellte für sie absolut kein Problem dar. Sie fühlten sich nicht weniger Wert, nur weil eine Frau ihren Weg zielstrebiger ging. Keine Bedrohung ihrer Männlichkeit, kein Gefühl der Abwertung. Aus nachvollziehbaren Gründen zwar, aber doch sehr stringent.

Ob diese Vorgehensweise der richtige Weg ist, wird sich in Zukunft zeigen. Und jetzt mit 35 denke ich, vielleicht ist es das gar nicht. Ich habe zwei Preise gewonnen, habe einen leitenden Posten an der Hochschule, und natürlich reise ich deshalb auch viel. Ich habe viel zu viel auf das geschaut, was andere von mir denken und was die von mir wollen und bisher eben erschreckend wenig darüber nachgedacht, was ich eigentlich will.

Ich habe bis jetzt die Stellenausschreibungen durchgesehen und mir immer gesagt: Ich will mich offenbar nicht damit auseinandersetzen, was ich wirklich will. Ich kann auch jetzt nicht sagen, ob ich ein Kind will. Aber ich denke immer, wenn es passieren soll, dann passiert es. Und ich bin dadurch nicht mehr oder weniger glücklich. Die anderen haben ihre Kinder gekriegt und haben geheiratet und ein Haus gebaut, und ich bin halt an einer anderen Stelle angekommen.

Und das war zwischen 25 und 30 noch nicht so extrem, da waren wir alle ähnlich unterwegs: Studium, erster Job, das war bei uns allen Thema. Wenn jetzt alle verheiratet sind, wer bleibt dann noch für mich übrig? Aber es ist eben schon mein Wunsch, dass ich einen Partner habe. Ich fühle mich hier manchmal sehr einsam und mache mir Gedanken. Wenn jetzt alle verheiratet sind und Kinder haben, wer bleibt dann noch für mich übrig?

Meine Unabhängigkeit ist ganz sicher hinderlich bei der Suche. Ich will den Typen nicht bewundern. Aber ich glaube, damit kommen viele Männer nicht klar. Ich will auf Augenhöhe wahrgenommen werden. Wenn ich Männer treffe, haben die alle schon eine Frau, die zu Hause die Kinder hütet, während der Mann durch die Welt tingelt, sich selbst verwirklicht, seinem Beruf nachgeht und abends dann auch noch manchmal nette Kolleginnen ausführt. Meine Mutter sagt, diesen Mann, der mich auf Augenhöhe trifft und der mein Leben teilt, gibt es nicht.

Also ein bisschen muss ich ihr recht geben: Zumindest in Schmalkalden gibt es den nicht. Meine letzte Partnerschaft ist kaputtgegangen, weil er ganz klar gesagt hat: Sie fand das Solosein vor allem deprimierend. Warum finden erfolgreiche Frauen keinen geeigneten Partner? Keine Frage — das liegt an den Männern, die sich an kluge Frauen nicht herantrauen.

Der Münchner Arzt und Psychotherapeut Stefan Woinoff gibt eine andere Antwort. Die allermeisten Frauen schauen nämlich ganz gezielt nach Männern, die mehr verdienen als sie und einen höheren Status haben — das ist ihr Beuteschema. Powerfrauen sitzen in der Beuteschemafalle Anzeige Nach diesem Schema verhalten sich Frauen auch dann, wenn sie eigentlich genug verdienen, um selber eine Familie durchzubringen.

Und damit sitzen sie in der Beuteschemafalle. Ranghöhere Single-Männer, die mehr verdienen, gibt es für sie nämlich nur sehr, sehr wenige. Und viele von denen schauen sich lieber bei den weniger verdienenden Frauen um. Der Chefarzt heiratet die Sekretärin — aber nicht die Oberärztin. Stefan Woinoff macht die Dynamik der Partnerwahl auf erfrischend undogmatische Weise klar. Der Autor rät dazu, das eigene Schema — der Mann verdient mehr und ist ranghöher — zu überlisten, indem Frauen es sich zunächst einmal bewusst machen.

Dazu stellt er auch einige Übungen vor. Weniger überzeugend ist Stefan Woinoffs Rat, es doch mit einem Mann in einer schlechteren beruflichen Position zu versuchen oder gar mit dem mehrfach zitierten arbeitslosen Kunsthistoriker. Die Erfahrungen, die Frauen mit solchen Beziehungen in der Praxis machen, sind absolut ernüchternd. Sie rät deshalb zu Gleichrangigkeit.

Dabei muss ein Mann nicht unbedingt genauso viel verdienen wie die Frau. Er sollte sich aber beruflich ähnlich erfolgreich fühlen oder ähnlich stark engagieren wie sie.


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