Partnervermittlung Nordkorea

Der Diktator von Pjöngjang hat offensichtlich niemanden in seiner Umgebung, der ihm von diesem hochgefährlichen Spiel abrät — anders als sein deutsches Pendant vor 78 Jahren: September , zwei Tage nach dem deutschen Überfall auf Polen. Der US-Präsident hat im Unterschied zu Kim in seinem Umfeld allerdings viele Akteure — innerhalb der Administration, in beiden Kongressparteien, in den Geheimdiensten und in den Medien —, die sein bisheriges Verhalten im Konflikt mit Nordkorea kritisieren und auf eine Kursänderung drängen.

Das ist ein zentraler Unterschied zwischen der Diktatur in Pjöngjang und der Demokratie in Washington. Schon einmal, mit seinem Befehl zum Raketenbeschuss einer syrischen Luftwaffenbasis als Vergeltung für einen angeblichen Giftgaseinsatz durch die syrische Luftwaffe, ignorierte der Präsident alle Warnungen und Berichte seiner Geheimdienste und Militärs. Nach diesen Berichten handelte es sich um einen Angriff der russischen Luftwaffe mit einer konventionellen Bombe auf ein Treffen von Führungsleuten von al-Qaida, bei dem versehentlich auch ein Lager mit chemischen Substanzen getroffen wurde.

Moskau hatte Washington sogar vorab von dem geplanten Luftangriff informiert. Nach dem Raketenbeschuss auf die syrische Luftwaffenbasis schnellten Trumps Beliebtheitswerte in Umfragen in die Höhe. Auch für Kim ist der Konflikt mit den USA in erster Linie ein Mittel, das eigene Volk hinter sich zu scharen, dem er ansonsten nur Armut, Hunger, Unterdrückung und internationale Isolation anzubieten hat. Auf die neuen Sanktionen, die einstimmig vom UN-Sicherheitsrat verhängt wurden, kam nur als Reaktion , man werde auf die Atomwaffen zur Selbstverteidigung nicht verzichten und bezeichnete die Sanktionen als "terroristischen Akt", den man "physisch" beantworten werde.

Auch wenn Nordkorea etwa durch das Exportverbot für Kohle viel Geld verlieren, scheint das Regime nicht willens zu sein einzulenken. Allerdings hat China bereits den Import von Kohle verboten, ansonsten ist Nordkorea gut darin, Sanktionen zu umgehen. Das Regime habe Sprengköpfe entwickelt, mit denen es Angriffe ausführen könne. Zwar ist der erste Atomwaffentest bereits 10 Jahre her, es ist aber ein weiterer Schritt, einen einsatzbereiten Sprengkopf für Langstreckenraketen zu entwickeln, was aber geschehen sei.

Der Bericht stammt vom Militärgeheimdienst DIA und wurde letzten Monat vorgelegt. Zuvor war bereits ein Bericht davon ausgegangen, dass Nordkorea 60 Atomwaffen besitzen könnte, andere Schätzungen sagen, dass es eher 10 sein könnten. Sollte der DIA-Bericht zutreffen, dann kann Nordkorea mit seinen erst kürzlich erfolgreich getesteten Langstreckenraketen, ausgestattet mit einem nuklearen Sprengkopf, die USA womöglich auf eigenem Territorium bedrohen. Es gibt allerdings auch erhebliche Zweifel daran, ob Nordkorea bereits einen einsatzfähigen Nuklearsprengkopf besitzt Seit Monaten gibt sich Kim Jong-un immer herausfordender und provokativer.

Gerne lässt er sich lachend angesichts von Waffentests fotografieren und die Bilder verbreiten. Seine Haltung ist unnachgiebig und drohend. Mit seinen Interkontinentalraketen nähert sich Nordkorea dem Status etablierter Atommächte an Foto: Noch das Umschalten in den Empörungsmodus. Oder sichern Sie sich hier 3 Wochen gratis Die nordkoreanische Führung handelt rational, weil rücksichtslos auf ihre existenziellen Interessen bedacht. Juli, dem US-Nationalfeiertag, war der Test der Langstreckenrakete KN erfolgreich.

Das Geschoss flog Kilometern weit, hätte aber viel weiter entfernt liegende Ziele erreichen können, wäre nicht eine steile Flugbahn gewählt worden. Das ist mehr als nur ein Indiz dafür, dass Nordkorea künftig über Interkontinentalraketen verfügen könnte, die eine Reichweite von mindestens 5. Es wäre damit die US-Pazifikküste erreichbar.


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